DITIB Yunus Emre Emmendingen

Der Islam

Der Islam ist eine Lebensweise, die Glauben, Werte und Gemeinschaft in Einklang bringt.


Was ist der Islam?

Der Islam ist eine monotheistische Religion, die im 7. Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel durch die Offenbarung an den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) entstanden ist. Seine Lehren basieren auf dem Qur’an und der Sunnah, den Überlieferungen des Propheten.

Das Wort „Islam“ bedeutet im Arabischen „Hingabe an Gott“ und steht in enger Verbindung mit dem Begriff „Frieden“. Muslime glauben an den einen Gott, Allah, der allmächtig, allwissend und barmherzig ist.

Der Islam richtet sich an die gesamte Menschheit und betont Werte wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Respekt gegenüber der Schöpfung. Er umfasst nicht nur Glaubensgrundsätze, sondern auch eine umfassende Lebensweise, die spirituelle und soziale Aspekte verbindet und das individuelle sowie gesellschaftliche Wohl fördert.

Der Koran

Der Koran ist das heilige Buch des Islams und gilt bei Muslimen als direkte Offenbarung Gottes. Er wurde dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) durch den Engel Gabriel über einen Zeitraum von 23 Jahren offenbart und besteht aus 114 Kapiteln, den sogenannten Suren.

Für Muslime ist der Koran eine zentrale Lebensgrundlage. Er bietet Orientierung in allen Lebensbereichen und enthält spirituelle Weisheiten, moralische Leitlinien sowie rechtliche und ethische Prinzipien. Die Rezitation erfolgt auf Arabisch, um die ursprüngliche Offenbarung in ihrer spirituellen Form zu bewahren.

Der Koran spielt eine wichtige Rolle im Gebetsleben und wird sowohl in Moscheen als auch im Alltag regelmäßig gelesen und studiert. Seine Verse dienen als Quelle der Inspiration, Weisheit und göttlichen Führung.

Darüber hinaus betont der Koran die Bedeutung von Wissen und Bildung und wird von Muslimen als unerschöpfliche Quelle der Orientierung verstanden.

Die fünf Säulen des Islams

Die fünf Säulen des Islams sind die grundlegenden Pflichten im Leben eines Muslims: das Glaubensbekenntnis (Schahāda), das Gebet (Ṣalāh), das Fasten (Ṣaum), die Almosensteuer (Zakāt) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch).

•︎ Die Schahāda ist das Bekenntnis zur Einheit Allahs und zur Prophetenschaft Muhammads (Friede sei mit ihm). Sie bildet die Grundlage des islamischen Glaubens
•︎ Das Gebet (Ṣalāh) wird fünfmal täglich verrichtet und stärkt die Verbindung zwischen dem Gläubigen und Allah.
•︎ Das Fasten im Monat Ramadan fördert Selbstdisziplin, Dankbarkeit und Mitgefühl für Bedürftige.
•︎ Die Almosensteuer (Zakāt) dient der Unterstützung von Bedürftigen und stärkt soziale Gerechtigkeit innerhalb der Gemeinschaft.
•︎ Die Pilgerfahrt (Haddsch) nach Mekka ist eine einmalige Pflicht für körperlich und finanziell fähige Muslime und symbolisiert die Einheit der muslimischen Gemeinschaft.

Gottesverständnis im Islam

Im Zentrum des Islams steht der Glaube an Allah, den Einen und Einzigen Gott. Allah wird als allmächtig (al-Qadîr), barmherzig (ar-Rahmân, ar-Rahîm) und gerecht (al-‘Adl) beschrieben. Er ist der Schöpfer (al-Khâliq) und Erhalter (ar-Razzâq) des Universums.

Muslime glauben, dass Allah über absolutes Wissen (al-‘Alîm) verfügt und dass alles in der Schöpfung einem bestimmten Zweck folgt. Dieser Glaube führt zu Dankbarkeit, Hingabe und Demut.

Der Glaube an Allah umfasst auch das Vertrauen in seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Muslime sind dazu aufgerufen, nach seinen Geboten zu leben, moralische Verantwortung zu übernehmen und Gutes zu tun.

Die Beziehung zu Allah ist direkt und persönlich, ohne Vermittler. Sie wird durch das Gebet (Ṣalāh), Bittgebete (Duʿāʾ), Besinnung und gute Taten gestärkt.

Islamische Moralvorstellung

Die Ethik des Islams betont Tugenden wie Ehrlichkeit (Ṣidq), Barmherzigkeit (Raḥma), Gerechtigkeit (ʿAdl) und Mitgefühl (Shafaqa). Diese Werte bilden die Grundlage für das Verhalten eines Muslims in der Gesellschaft.

Muslime werden dazu angehalten, anderen mit Respekt, Würde und Gerechtigkeit zu begegnen. Die islamische Ethik gilt für alle Lebensbereiche – Familie, Nachbarschaft, Beruf und soziale Verantwortung.

Auch das Streben nach Wissen und Bildung hat im Islam einen hohen Stellenwert und gilt als religiöse Pflicht. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte: „Das Streben nach Wissen ist für jeden Muslim eine Pflicht.“ (Ibn Māǧa, 224)

Durch Wissen und Bildung sollen sowohl die eigene Persönlichkeit als auch die Gesellschaft weiterentwickelt werden. Die islamische Ethik ermutigt zu einem Leben voller Gerechtigkeit, Tugend und gegenseitigem Respekt.

Maria & Jesus im Islam

Maria (Maryam) und Jesus (ʿĪsā) nehmen im Islam eine besondere Stellung ein. Maria wird im Koran als eine der reinsten und tugendhaftesten Frauen beschrieben, während Jesus als einer der bedeutendsten Propheten verehrt wird.

Die wundersame Geburt Jesu ohne Vater gilt im Islam als Zeichen der Macht Allahs. Muslime glauben, dass Jesus von Gott gesandt wurde, um die Menschen zum Glauben an den einen Gott (Tauḥīd) zu führen und Gerechtigkeit sowie Barmherzigkeit zu verkünden.

Maria wird für ihre Frömmigkeit (Taqwā), Reinheit und Hingabe geehrt und gilt als Vorbild für Glauben, Geduld und Standhaftigkeit.

Jesus (ʿĪsā) wird als Prophet Gottes (Nabī Allāh) respektiert. Muslime glauben zudem, dass er am Ende der Zeit zurückkehren wird, um Gerechtigkeit zu bringen, wie es in islamischen Quellen überliefert ist.

Das Menschenverständnis im Islam

Im Islam gilt der Mensch als die Krone der Schöpfung (Ashraf al-Makhlūqāt). Allah hat ihn mit Verstand (ʿAql), freiem Willen (Ikhtiyār) und Verantwortung (Masʾūliyya) ausgestattet.

Die Erschaffung des Menschen ist ein Zeichen von Allahs Weisheit (Ḥikma) und Barmherzigkeit (Raḥma). Muslime glauben, dass jeder Mensch mit einer natürlichen Neigung zum Guten (Fiṭra) erschaffen wurde.

Die Verantwortung des Menschen umfasst den Schutz der Erde, den respektvollen Umgang mit allen Lebewesen und die Förderung von Gerechtigkeit. Diese Verantwortung wird als „Amāna“ (anvertraute Pflicht) bezeichnet.

Der Islam ermutigt dazu, Wissen zu erwerben und moralisch zu handeln, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte: „Der Beste unter euch ist derjenige, der den Menschen am nützlichsten ist.“ (Aḥmad ibn Ḥanbal, 23498)

Unser Prophet Muhammad

Der Prophet Muhammad (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ist das letzte und wichtigste Bindeglied in der Reihe der Propheten, die Allah gesandt hat. Er wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren und ist bekannt für seine Weisheit (Ḥikma), Barmherzigkeit (Raḥma) und Gerechtigkeit (ʿAdl).

Sein Leben gilt als Vorbild (Uswa Ḥasana) für Muslime weltweit. Er lehrte Werte wie Gerechtigkeit, Geduld, Bescheidenheit und Respekt gegenüber allen Menschen. Seine Botschaft ist universell und zeitlos.

Der Prophet Muhammad (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) empfing die Offenbarung des Qurʾān, der als Leitfaden für alle Lebensbereiche dient. Seine Aussagen und Handlungen, die Hadithe, ergänzen die islamischen Lehren.

Muslime ehren ihn nicht nur als Propheten (Nabī), sondern auch als Lehrer, Staatsmann und liebevollen Familienvater. Sein Leben bleibt bis heute eine Quelle der Inspiration.

Woran glaubt ein Muslim

Muslime glauben an die Einzigartigkeit Allahs (Tauḥīd), an die Propheten (Anbiyāʾ), die Engel (Malāʾika), die heiligen Schriften (Kutub), den Jüngsten Tag (Yaum al-Qiyāma) und die göttliche Vorherbestimmung (Qadar). Diese sechs Glaubensgrundsätze bilden die Grundlage des Islams (ʿAqīda).

Zum islamischen Leben gehören auch zentrale religiöse Praktiken wie das Gebet (Ṣalāh), das Fasten (Ṣaum), die Almosensteuer (Zakāt) und die Pilgerfahrt (Ḥaǧǧ). Sie stärken die spirituelle Verbindung zu Allah.

Die Gemeinschaft (Umma) spielt dabei eine wichtige Rolle. Gemeinsames Beten, das Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka fördern Zusammenhalt und Brüderlichkeit.

Der Islam strebt eine gerechte und harmonische Gesellschaft an, die auf Liebe (Maḥabba), Respekt (Iḥtirām) und Gerechtigkeit (ʿAdl) basiert.